Hintergrund

Demografischer Wandel – Was bedeutet das?

Wörtlich übersetzt bedeutet Demografie „Beschreibung der Bevölkerung“. Demografie beschreibt also die Bevölkerung in Bezug auf ihre Größe, Struktur und Zusammensetzung und stellt Entwicklungen dar. In den letzten Jahren nehmen bestimmte Veränderungen zu, die als demografischer Wandel bezeichnet werden. Die Zusammensetzung, Struktur der Bevölkerung und Zahl der Menschen wird sich in den kommenden Jahrzehnten noch stärker als bisher wandeln.

Weniger, älter, bunter

Die Formel „Wir werden weniger, älter und bunter“ ist einprägsam und beruht auf folgenden drei Entwicklungen:

Die Geburtenrate ist niedrig und nimmt zukünftig weiter ab, und sorgt dafür, dass die Bevölkerung weniger wird. Denn die Sterberate überseigt die Geburtenrate.

Die Lebenserwartung steigt, sodass die Zahl der älteren Menschen an der Bevölkerung kontinuierlich zunimmt. Der Anteil der Menschen ab 60 lag 2014 bei 27%, 2030 wird der Anteil bereits bei 35% liegen und 2050 bei fast 40%.

Die Zuwanderung nach Deutschland verändert die Gesellschaft. Wir werden also vielfältiger.

Demografischer Wandel im ländlichen Raum

Viele ländliche Regionen sind von diesen Entwicklungen stärker betroffen als Städte. Hinzu kommt, dass insbesondere jüngere Menschen oft aus den ländlichen Gebieten abwandern. Und der ländliche Raum macht etwa 90 Prozent der Fläche Deutschlands aus. In Dörfern, Gemeinden und Städten auf dem Land leben laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mehr als die Hälfte der Einwohner Deutschlands.

Tourismusgemeinden

Ländliche Gemeinden, die besonders attraktiv für Touristen sind, stehen oft vor noch zusätzlichen Herausforderungen. Oft gibt es einen Zuzug von Pensionären, die ihren Urlaub in der Region verbracht haben und sich dort sehr wohlfühlen. Dies ist zum Beispiel in der Stadt Norden der Fall. Dort spricht man deshalb vom Demografischer Wandel2.  Dementsprechend müssen die Gemeinden attraktiv für Menschen aller Altersgruppen gestaltet und der demografische Wandel als Möglichkeit und Chance gesehen werden.

Strategien, Ansätze und Aktivitäten auf allen Ebenen

Auf unterschiedlichen Ebenen gibt es inzwischen zahlreiche Programme und Aktivitäten, die sich mit dem demografischen Wandel beschäftigen. Auf Bundesebene ist hier die Demografiestrategie „Jedes Alter zählt“ (2012) und deren Weiterentwicklung „Für mehr Wohlstand und Lebensqualität aller Generationen“ (2015) sowie der Demografiebericht der Bundesregierung (2011) zu nennen. Das Land Niedersachsen hat 2012 ein Handlungskonzept Demografischer Wandel erarbeitet sowie im Jahr 2007 den Bericht der Enquete-Kommission „Demografischer Wandel – Herausforderungen an ein zukunftsfähiges Niedersachen“ veröffentlicht. Auch auf Landkreisebene wird sich mit dem demografischen Wandel beschäftigt. Der Landkreis Friesland zum Beispiel hat in dem Forschungsprojekt „Jugend-Demografie-Dialog“ sogenannte Demografie-Werkstätten begleitet. Und auch auf kommunaler Ebene finden zahlreiche Aktivitäten, in denen auch konkrete Ideen umgesetzt werden, statt. Das Wangerland hat zum Beispiel am Demografie-Check der NLG teilgenommen. Weitere Ausführungen hierzu finden Sie zu einem späteren Zeitpunkt in einer ausführlichen Bestandsanalyse.